Vanessa Müller - Kunstgeschichte. Architektur der Luxusgüterhersteller

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Montblanc feiert 100. Geburtstag

Die Spitze des Eisbergs. Wie der Edelfüllfederhersteller Montblanc den Aufstieg unter die großen Luxusmarken der Welt schafft. Tanja Kewes im Handelsblatt vom 6. April 2006, Nr. 69, S. 10

Ich zitiere an dieser Stelle aus dem Bericht im Handesblatt, in dem die Autorin in exemplarischer Weise den Aufstieg einer biederen Durschnittsmarke zur Weltspitze der Luxusmarken schildert. Es handelt sich hier um das womöglich einzige Beispiel einer deutschen Luxusmarke.

Montblanc Meisterstück Füllhalter

Montblanc Meisterstück

Das funkelnde Schreibgerät - der Jubiläumsfüller “Montblanc 100 Years Solitaire Montain Massif Skeleton” - hat seinen Preis: 150.000 Euro . Es repräsentiert die neue Spitze im Sortiment von Montblanc.

Luxus, nichts als Luxus. - Die Strategie scheint aufzugehen: Montblanc prosperiert wie nie zuvor in seiner nunmehr 100-jährigen Geschichte. Die Manager haben aus alten Fehlern gelernt und konzentrieren sich ganz auf hochpreisige Angebote. Die Palette ist sorgsam um Uhren, Lederwaren und Schmuck ausgebaut worden, ohne das Kerngeschäft aus den Augen zu verlieren - auf den Spuren einer Luxusmarke von Hamburg bis Hongkong.

Montblanc ist eine deutsche Marke, gegründet 1906 in Hamburg. 100 Jahre später ist Montblanc Teil des Schweizer Luxusgüterkonzerns Richemont. Etwa 400 Millionen Euro trug Montblanc 2005 zum Gesamtumsatz des Konzerns von 3,7 Milliarden Euro bei, mehr liefert nur die Marke Cartier. Inzwischen führt der lanhjährige Montblanc-Chef Norbert Platt die Geschäfte der Schweizer Mutter, zu der auch noch  Uhrenmarken wie Jaeger-LeCoultre und Lange & Söhne gehören.

1987 kommt Norbert Platt nach Hamburg. Er gibt die Devise aus: “kein Montblanc-Füller unter 150 Mark”. Vorwärts drängt Platt am anderen Ende der wertschöpfungskette. Eigene Läden sollen den Verkauf sichern. 1990 eröffnet Montblanc in Hongkong die erste eigene Boutique. Prada, Gucci, Tiffany, Cartier, Louis Vuitton, Bulgari liegen hier Tür an Tür.

Die Japaner kommen von Ost, die Inder von West, die Russen von Nord, der scheich von Brunei aus dem Süden und die Chinesen von überall her. Die Nachfrage ist gigantisch. Die Euphorie über den erfolgreichen Wandel vom reinen Hersteller zum integrierten Händler täuscht die Chefetage aber nicht darüber hinweg, dass Füllfeder allein auf Dauer keine Luxusmarke ausmachen. Es beginnt die Erweiterung der Produktpalette.

Erst Schreibgeräte, dann Taschen, schließlich Uhren in Eigenregie, nahezu nebenbei werden Partner für Parfüm, Brillen und Schmuck gewonnen - Montblanc dringt systematisch in die Welt des Luxus vor, und die Markenmacher folgen dabei ihrer Philosophie: “Das Sortiment beginnt und steht mit dem Füller. Alle Produkte von Montblanc sind tragbar, zeitlos im Design und haltbar. Nicht in dieses Schema passt zum Beispiel Mode.

Montblanc ist es gelungen, Qualitäts- und Designansprüche von Füllfedern auf andere Produkte zu übertragen. Das eigentliche Erfolgsgeheimnis liegt jedoch im systematischen Ausbau des Vertriebs. Weltweit gibt es von Montblanc heute 250 Filialen. Und im Gegensatz zu Louis Vuitton und Prada betreibt Montblanc mit Vertragspartnern auch Verkaufsflächen im Fachhandel. 9.000 machen das Logo so zum Fixstern auf den Luxusmeilen der Welt.

Die Expansion ist wie bei anderen Edelmarken aber auch eine Gratwanderung zwischen Exklusivität und Allgegenwärtigkeit . An jeder Ecke darf sich eine Luxusmarke nicht anbieten.

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Hinweis

Im Rahmen meiner Arbeiten zum Thema Unternehmensarchitektur der Luxusgüter-unternehmen ist es leider nicht möglich, die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen kontinuierlich zu beobachten und hier zu publizieren. Ich beschränke mich deshalb auf sporadische Updates. Eine verlässliche Quelle ist mir diesbezüglich das Handelsblatt.

 

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